Ich werde vom Flirren der Bäume im Licht nichts sagen...

                              CHRISTA MAYRHOFER (Öl auf Leinwand, 2014)

Die Kultur ist im Verschwinden begriffen – sie geht unter im Lärm von Frivolität, Gelächter und fortschreitender Banalisierung.
Ich habe mich auf den stillen Raum festgelegt…
Entfernt von der um Öffentlichkeit buhlenden Darbietung und dem Amüsierbetrieb der gegenwärtigen Kultur.
Der ehrliche Weg zu sich selbst, trägt einem nicht die Gunst des Publikums – das wäre dann die leichtere konsumierbare Variante.
Sich weiter zu entwickeln ist keine Frage des Berufs oder des Kontostandes sondern der Persönlichkeit: Der Reifeprozess.
Die Einsichten die man aus so einem Leben gewinnt – werden zwar nicht allen verständlich sein - aber in die tieferen Dimensionen des menschlichen Seins führen.




  Nicht mit golden gereckten Trompeten
strahlt die Verkündung: der Engel
täte besser, die Säume
seines langen Gewands aufzulesen,
sich zu setzen und auszuruhn.

Leise, aus der Stille allein
wird die Stimme, wo überhaupt, vernehmbar
aus Mangel.
Non con trombe alte e tese
splende l’annuncio: l’angelo
è meglio raccolga i lembi
della lunga veste;
sieda e riposi.

Sommessamente nasce
la voce, solo, se mai,
per sottrazione.
 
       
 

DONATA BERRA

DONATA BERRA

 
 

Aus: Zwischen Erde und Himmel/Frauenfeld: Im Waldgut 1997
Aus dem Italienischen übersetzt von Jochen Kelter